Und Kaund gend, eilte der Kaiſer hinaus, gefolgt von ſeinen Cad 3
Fürſt Kannitz ſchaute ihm kopfſchüttelnd und mit finſtern Blicken nach.
Unverbeſſerlicher Brauſekopf, ſagte er leiſe vor ſich hin. Wird noch oft mit dem Kopf gegen die Wand rennen, und ſoll doch, ſo lang ich lebe, die Wand nicht umſtoßen! Mag der kleine Kaiſer den großen König empfangen. Das große Oeſterreich ſteht hier in meiner Per⸗ ſon, und es wird mit aller Ruhe das kleine Preußen erwarten!
Er ließ ſeine kalten Blicke langſam in dem Saal umherſchweifen, und wie ſie dann auf dem Bouguet hafteten, welches der Kaiſer dort neben ſeinem Hut auf den Tiſch gelegt hatte, flog ein ſeltſames, höh⸗ niſches Lächeln durch ſeine Züge hin. Er ſchritt langſam durch den Saal zu dem Tiſch hin, und hob das Bouquet empor, um es noch einmal mit ſpöttiſchen Blicken zu betrachten. Er deutete mit dem Fin⸗ ger auf die weißen Blüthen, die ſchon welk und gelblich geworden waren, und zupfte leicht einige Blätter der dunklen Roſen ab.
Wie leicht das abfällt, ſagte er. Wird's der guten und glorwür⸗ digen polniſchen Republik nicht auch ſo gehen können, wie ihren duf⸗ tenden Nationalfarben hier? Nun, es wird meine Sorge ſein, dieſes Souvenir à Eperies welken zu laſſen, und ich denke wohl, daß es mir gelingen wird!—.
Er legte das Bouquet wieder nieder, und indem er dann den Saal verließ, murmelte er leiſe in ſich hinein: ich will wiſſen, wer die Polin iſt! Sie kann uns vielleicht ein ſehr nützliches Werkzeug werden, um nach beiden Seiten hin zu operiren.
IV. Friedrich der Große. In jugendlicher Haſt, gar nicht daran gedenkend, daß er unbedeckten
Hauptes ſei, war der Kaiſer die Treppe hinunter und auf die Straße geeilt. Nicht rechts, nicht links ſchauend, immer nur die Blicke dorthin


