Jam⸗ zmet⸗ ſehen
irſten
Sie führen das jammernde, verzweifelnde Weib von dannen. Sie ziehen ſich allmälig Alle zurück und laſſen ihn allein auf der Landſtraße liegen, allein mit ſeinen klaffenden Wunden, ſeinem brennenden Durſt, — allein mit ſeinem Gewiſſen!
Leute, die von Frankfurt kommen, erbarmen ſich endlich ſeiner, holen Hülfe herbei, heben ihn auf eine aus dem Schmidt'ſchen Garten herbeigeholte Blumen⸗ bahre und ſchaffen ihn endlich auf den ausdrücklichen Wunſch des Fürſten in das Hospital zum heiligen Geiſt.
Und dort, im Hospital, haucht der ſchöne, der vielgeliebte, der vielgehaßte Fürſt Lichnowsky endlich am ſpäten Abend des achtzehnten September ſeinen Geiſt aus.
Aber zuvor hat er ſein Teſtament gemacht, hat er die Herzogin Dorothea von Sagan zu Sagan zu ſeiner Univerſalerbin eingeſetzt, und dann hat er mit ſterbender Lippe geflüſtert:„Ich verzeihe meinen Be⸗ leidigern und Mördern!“
Die Herzogin von Sagan hat groß und voll ſchmerzlicher Liebe die Erbſchaft angetreten, welche der ſterbende Freund ihr hinterlaſſen. Die Erbſchaft be⸗ ſtand in mehr als einer Million Thaler— Schulden,
L. Mühlbach, Erzherzog Johann. 4. Abth. III. 23


