Teil eines Werkes 
4. Abtheilung, Erzherzog Johann als Reichverweser : 3. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

ſichern zu können, daß die Profeſſoren die Abſicht haben, Deutſch mit ihrem Kaiſer zu ſprechen.

Aber ich will's nit hören, rief der Kaiſer, die Hände abwehrend vor ſich ausſtreckend. Sie haben mich niemals allein regieren laſſen, warum ſollt' ich's alſo heut'? Nein, nein, der Herr Erzherzog Ludwig iſt mein Stellvertreter, und alſo kann er die Pro⸗ feſſoren empfangen.

Ew. Majeſtät ſollten indeß die Gnade haben zu bedenken, daß das Volk erzürnt ſein wird, wenn die Profeſſoren von Ew. Majeſtät abgewieſen würden, rief die Erzherzogin Sophie. Man wird das gar übel auslegen, man wird glauben, daß Ew. Majeſtät die Stimme des Volkes nicht hören wollen, oder

Ich will ſie auch nit hören, unterbrach ſie der Kaiſer. Man wird die Wahrheit glauben, Frau Schwägerin, ich will ſie nit hören, die Stimme des Volkes. Ich kenne das Volk, und mir graut vor ihm. Mein Herr Vater hat mir immer geſagt, es gäbe gar kein Volk, ſondern nur Unterthanen. Warum ſoll ich alſo jetzt die neue Bekanntſchaft machen, die mir ſicherlich nit gefallen wird? Nein, nein, es bleibt dabei, ich will's nit. Herr Erzherzog Ludwig, gehen's nebenan in Mühlbach, Erzherzog Johann. 4. Abth. IIl. 2