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Aber dieſe ſechs Tage vom ſechsten bis zum zwoͤlf⸗ ten März waren für Oeſterreich inhaltsſchwerer und ereignißreicher geweſen, als ſonſt Jahre, dieſe ſechs Tage hatten das Kaiſerreich in ſeinen Grundveſten er⸗ ſchüttert, und hatten es aus den ſtarren und engen Gren⸗ zen der abſoluten Monarchie mit Sturmesſchnelle hinaus getrieben auf das freie Feld der Discuſſion, der öffentlichen Debatte; man parlamentirte noch, aber nicht mehr, um ſich zu ſchützen vor dem Zorn der abſoluten Monarchie, ſondern nur noch um Oeſterreich zu retten vor der Revolution, und zu verſuchen, ohne Barricaden und Blutvergießen zu erlangen, was man entſchloſſen war im ſchlimmſten Fall durch die Repo⸗ lution ſich zu erkämpfen: die Freiheit des Volkes.
Man parlamentirte und debattirte all überall. Alle Vereine, alle Clubbs, alle Stände hatten ihre Zuſam⸗ menkünfte, ihre Redner, ihre Agitatoren, und Nacht und Tag hatte man in den letzten ſechs Tagen mit einander conferirt, berathſchlagt und Pläne gemacht. Jetzt endlich hatte man ſich geeinigt, jetzt endlich war es zu einer Verſtändigung gekommen zwiſchen der Hofpartei, an deren Spitze ſich der Erzherzog Johann und die Erzherzogin Sophie befanden, zwiſchen den Ständemitgliedern, deren Sitzungen am dreizehnten


