Teil eines Werkes 
4. Abtheilung, Erzherzog Johann als Reichverweser : 1. Band (1863)
Entstehung
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Ja, Majeſtät, ich meine, daß wir einen ſolchen Damm aufgerichtet haben.

So laſſen's hören, was das Reſultat Ihrer Con⸗ ferenzen iſt, rief der Kaiſer. Aber warten's noch einen Augenblick! Der Menſch muß halt niemals müßig ſein, und wenn der Kopf denkt und der Geiſt arbeitet, können auch die Finger immer noch nebenher ihre kleine beſondere Arbeit verrichten. Hab' da ein Käſt⸗ chen für die Frau Kaiſerin angefangen zu ſchnitzen, und hab' ihr verſprochen, daß ſie's heut' noch be⸗ kommen ſoll. Will alſo ein Bischen ſchnitzen, während Sie ſprechen.

Bewunderungswürdig in der That, bewunderungs⸗ würdig, murmelte der Fürſt, gleichſam ſeiner Extaſe Worte verleihend. Niemals gönnt Ew. Majeſtät ſich Ruhe, niemals Erholung, immer findet man Sie raſt⸗ los thätig, nur der Arbeit Ihr ganzes Daſein hin⸗ gebend. Aber mir wird bange dabei in meinem inner⸗ ſten Herzen, denn ich komme immer wieder darauf zurück, Ew. Majeſtät ſpannen Ihre Kräfte allzuſehr an, Sie arbeiten zu viel, und ich möchte meinen an⸗ gebeteten Kaiſer inſtändigſt bitten und beſchwören, Sich endlich Ruhe zu gönnen, einige Hülfsarbeiter neben ſich zu dulden.