Teil eines Werkes 
4. Abtheilung, Erzherzog Johann als Reichverweser : 1. Band (1863)
Entstehung
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ſeine tiefliegenden, hohlen Augen mit einem ſeltſam ernſten und düſtern Blick auf das lächelnde Antlit ſeines Staatskanzlers heftete. Zuerſt ſagen's mir doch einmal, wie nennen's denn das Gebäude, von dem Sie ſagen, daß wir's jetzt fertig haben, welches iſt halt ſein Zweck?

Majeſtät, das Gebäude heißt: Volksunten thänigkeit, und ſein Zweck iſt: die Gewalt, das Anſehen und die Macht der Fürſten als das einzige belebende Princip, als die ſchaffende und geſtaltende Sonne über den Ländern und Völkern feſtzuſtellen und aufzurichten.

Und auf ſolch Gebäude meinens, daß wir jetzt mit den Conferenzen hier den Schlußſtein gelegt haben?

Ja, Majeſtät, oder wenn Sie wollen, haben wir den künſtlichen und ſtolzen Thurm durch die Con ferenzen geſchmückt mit dem goldenen Wetterhahn, zu dem ganz Deutſchland von nun an emporſchauen muß, um zu ſehen, woher ihm der nöthige Wind bläſt.

Nit übel das, ſagte der Kaiſer gedankenvoll, aber es iſt halt nur ſchlimm, daß ſo'n Wetterhahn, der den Andern den Wind anzeigt, ſich ſelber doch auch halt drehen muß nach dem Wind.