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nit darum gebeten hab', obwohl ich Euch gar nit die Erlaubniß dazu gegeben hab', mit mir hierher zu kommen. Es ſchickt ſich aber nit, daß ein ehr bar Mädel mit einem Herrn ſo ganz allein ſpazieren geht, und ich will nimmer thun, was ſich nit ſchickt und ziemt.
Es ſchickt ſich wohl, daß eine Braut mit ihrem Bräutigam ſpazieren geht, Annerle, ſagt die männliche Stimme. Seid meine Braut, Annerle, ich bitt' Euch, ſeid meine Braut. Seht, Euer Vater hat mir's er— laubt, um Euch zu werben, er hat zu mir geſagt: wenn Euch die Annerl will, ſo hab' ich nichts dagegen. Ihr ſeid brav, Ihr habt Euer gutes Auskommen und Ihr liebt meine Tochter. Alſo, wenn ſie Euch mag, nehmt ſie!
Aber ſchaut, Herr Thomas Voregger, das iſt's ja eben, ruft die ſchöne Frauenſtimme, daß ich Euch nit mag.
Ihr mögt mich nicht! Anna, was hab' ich denn jemals gethan, daß Ihr mich nicht leiden könnt? Ihr kennt mich doch von Jugend auf, wir haben als Kin— der mit einander geſpielt, und allzeit wart Ihr freund lich und gut zu mir, wie eine Schweſter. Was hab'


