Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Erzherzog Johann und Metternich : 1. Band (1860)
Entstehung
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mit ſilbernen Blumen, floß in weiten reichen Falten bis auf ihre Füße nieder, und war um die Taille von einem ſilbernen Gürtel zuſammengehalten, an deſſen Schloß die koſtbarſten Brillanten funkelten. Ein pur⸗ purfarbener ſilbergeſtickter Shawl von chineſiſchem Créèépe umhüllte ihre Schultern und contraſtirte wun derbar zu dem blendend weißen Teint, und dem bleichen edlen Angeſicht mit den ſchmalen purpurnen Lippen und den glühenden, tiefdunkeln Augen. Ihr ſchwarzes, glänzendes Haar umgab in einer Fülle leichter duftiger Locken ihre breite gedankenvolle Stirn, über welcher ein Diadem von Rubinen und Brillanten ſtrahlte.

Der Kaiſer trat wie geblendet von der glänzenden impoſanten Erſcheinung einen Schritt zurück.

Wahrhaftig, ſagte er mit einem leiſen Anflug von Ironie, Ew. Majeſtät ſind gar prächtig anzuſchauen, nicht wie eine Kaiſerin, ſondern wie eine Feenkönigin. Ich will nit fürchten, daß Ew. Majeſtät um meinet⸗ willen das glänzende Coſtüm angelegt haben?

Nein, mein Gemahl, ſagte die Kaiſerin, ich bitte um Verzeihung. Ich war aber im Begriff zur Her⸗ zogin von Aeccerenza zu fahren, in deren Abendcirkel ich verſprochen habe, auf eine halbe Stunde zu er⸗ ſcheinen.

Mühlbach, Erzh. Johann u. Metternich. I. 2