Teil eines Werkes 
1. Abtheilung, Andreas Hofer : 1. Band (1859)
Entstehung
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Mutter gerichtet, ſie hob die Rechte wie zum Schwur, und ſagte tonlos: ſprich!

Roſchmann ſagte langſam und feierlich:Ich ſchwöre bei Allem, was mir heilig iſt, bei dem Geiſt meiner Mutter, daß ich meinen Vater mit keiner Sylbe, keiner Andeutung verrathen will, daß mir ſein Geheimniß heilig ſein ſoll, und ich, ſo lange ich lebe, zu keinem Menſchen darüber ſprechen will. Ich ſchwöre, daß ich meinem Vater gehorſam ſein will, daß ich ihn niemals anklagen und verrathen will, ſo wahr ich hoffe ſelig, und des Segens meiner Mutter theilhaftig zu werden. Ich ſchwöre beim Geiſt meiner Mutter, daß demzufolge niemals der Erzherzog erfahren ſoll, daß mein Vater ſeine Papiere an ſich genommen. Ich ſchwöre, daß ich lieber ſterben, als meinen Vater verrathen will!

Und langſam und feierlich, mit erhobener Hand, die Augen unverwandt auf das Bild ihrer Mutter ge⸗ richtet, wiederholte Camilla die Worte ihres Vaters.

Dann, als er ſchwieg, ließ ſie langſam ihre Hand ſinken, ihre Augen glitten nieder vor dem Bilde, das wie in Thränen zu lächeln ſchien, und hefteten ſich mit einem wunderbaren, ſeltſamen Ausdruck auf ihren Vater.