148 ihm daſſelbe geraubt nicht zerſtoͤrt zu ſehen. Al⸗ lein die Wahrheit jenes Glaubens bewaͤhrte ſich. Schon waren Ottiliens Augen aufgeſchlagen. Sprachlos ſtarrte Wernhold hinein in dieſ ſeine Seligkeit. Nur mit der groͤßten Anſtren⸗ gung bezwang er den Ausbruch ſeines Ent⸗ zuͤckens. Aber die Furcht, ſtoͤrend oder gar zerſoͤrend einzuwirken in die allmaͤhlige Ent⸗ wickelung der ſo lange gaͤnzlich gehemmt gewe⸗
ſenen Lebenskraͤfte, brachte ihn doch zu dieſer ſchweren Entſagung. 3
Bald durfte auch ſeine Furcht hieruͤber'ſchwei⸗ gen. Ottilie fing an zu ſprechen. Die Gluͤck⸗ lichen theilten einander das Vorgefallene mit. 4
Die Scheintodte hatte bis zu ihrer Beiſetzung in der Gruft Alles mit angehoͤrt, ohne einer Re⸗ gung faͤhig zu ſeyn. Wie an ihrem traurigen Hochzeittage, war der Gedanke in ihrer Seele geweſen, ihr Retter muͤßte noch erſcheinen in Wernhold. Und ſo war es auch endlich geſchehen, wenn ſchon erſt, nachdem ſie in der kalten Abend⸗. luft ihr Bewußtſeyn gänzlich eingebuͤßt hatte. O wie mancher Ungluͤckliche mag damals
wo man in Paris die Menſchen ſo fruͤh, ge⸗ meiniglich ſchon vier und zwanzig Stunden nach


