Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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wenn Alles im Gleiſe ginge. Man haͤtte nichts ſich zu verwundern, nichts die Koͤpfe zuſammen zu ſtoßen, nichts in Geſellſchaft zu verſchneiden.

Clavigo. Auffehn wird's machen.

Carlos. Des Clavigo Hochzeit! das verſteht ſich. Wie manches Mäͤdchen in Madrid harrt auf dich, hofft auf dich, und wenn du ihnen nun dieſen Streich ſpielſt?

Clavigo. Das iſt nun nicht anders.

Carlos. Sonderbar iſt's. Ich habe wenig Maͤn⸗ ner gekannt, die ſo großen und allgemeinen Eindruck auf die Weiber machten als du. Unter allen Staͤnden gibt's gute Kinder, die ſich mit Planen und Ausſichten beſchaͤftigen dich habhaft zu werden. Die eine bringt ihre Schoͤnheit in Anſchlag, die ihren Reichthum, ihren Stand, ihren Witz, ihre Verwandte. Was macht man mir nicht um deinetwillen fuͤr Complimente! Denn wahr⸗ lich, weder meine Stumpfnaſe, noch mein Krauskopf, noch meine bekannte Verachtung der Weiber kann mir ſo was zuziehen.

Clavigo. Du ſpotteſt.

Carlos. Wenn ich nicht ſchon Vorſchläge, An⸗ traͤge in Haͤnden gehabt haͤtte, geſchrieben von eignen zaͤrt⸗ lichen kritzlichen Pfötchen, ſo unorthographiſch als ein orginaler Liebesbrief eines Maͤdchens nur ſeyn kann. Wie manche huͤbſche Duenna iſt mir bey der Gelegenheit unter die Finger gekommen!

Clavigo. Und du ſagteſt mir von allem dem nich ¹s2