Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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38 und aͤußern Zuſtandes der Stadt zu erwerben. So wer⸗ den, nach altem Herkommen und wenigen Statuten, die Buͤrger und die Nachbarſchaft gerichtet.

Abt. Das iſt wohl gut.

Olearius. Aber lange nicht genug. Der Menſchen Leben iſt kurz, und in einer Generation kommen nicht alle Caſus vor. Eine Sammlung ſolcher Fälle von vie⸗ len Jahrhunderten iſt unſer Geſetzbuch. Und dann iſt der Wille und die Meinung der Menſchen ſchwankend; dem daͤucht heute das recht, was der Andere morgen mißbilliget; und ſo iſt Verwirrung und Ungerechti gkeit unvermeidlich. Das alles beſtimmen die Geſetze; und

die Geſetze ſind unveraͤnderlich.. Abt. Das iſt freylich beſſer.

Olearius. Das erkennt der Poͤbel nicht, der, ſo gierig er auf Neuigkeiten iſt, das Neue hoͤchſt vexab⸗ ſcheuet, das ihn aus ſeinem Gleiſe leiten will, und wenn er ſich noch ſehr dadurch verbeſſert. Sie halten den Ju⸗ riſten ſo arg, als einen Verwirrer des Staats, einen Beutelſchneider, und ſind wie raſend, wenn einer dort ſich niederzulaſſen gedenkt.

Liebetraut. Ihr ſeyd von Frankfurt! 3ch bin wohl da bekannt. Bey Kaiſer Maximilians Krönung haben wir euern Braͤutigams was vorgeſchmauſ't. Euer Name iſt Olearius? Ich kenne ſo Niemanden.

Olearius. Mein Vater hieß Oehlmann. Nur, den Mißſtand auf dem Titel meiner lateiniſchen Schriften zu

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