Teil eines Werkes 
12. Band (1816)
Entstehung
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ſeltene Blumen im Garten. Alle Tage ſah' ſie ſorgſam, und doch eilfertig, nach, wie weit ihr Wachsthum vorgeruͤckt ſei, und wenn ſie gut kamen, ſo war das eine Freude! Wie nun aber erſt beim Einſammlen, Vertheilen und Bewirthſchaften der Fruͤchte! Das kannſt du ja auch haben, ſagte ich mir; ſprach mit dem Gaͤrtner: er ſchaffte mir daſſelbe in meinen Garten, und noch Beſſeres dazu. Alles gedieh; ich ging auch, und gukte und gukte. Nun ja, es intereſſirte mich wirklich, aber nicht ſo oft, nicht ſo lange, nicht ſo herzlich.

Neulich traf ich ſie, da ſie eben einige freie Stunden hatte und ganz allein war Mann und Kinder hatten eine kleine Reiſe gemacht. Da thu' ich mir eben eine Guͤte ſagte ſie, und ihre Augen funkelten vor Ver⸗ gnuͤgen. Und was that meine Pfarrerin? Sie muſterte ihre kleinen Vorraͤthe von Leinwand, von neuem, huͤbſchen Tiſch⸗ und Bettzeug u. dergl. Sehen Sie, fuhr ſie fort; das hab' ich fuͤr mein Jettchen zuruͤckgelegt, und das fuͤr mein Lottchen! Und dabei laͤchelte ſie die Tiſchtuͤcher und Ueberzuͤge ſo freundlich an,