—
65
„Ich habe eingewilligt, und eben ſind wir im Be⸗ griffe, auf das Rathhaus zu gehen... Es iſt Zeit aufzubrechen; wohlan, meine Herren und Damen, laßt uns ſortgehen, damit der Herr Maire nicht auf uns warten darf... Auf Wiederſehen, Herr Girar⸗ dière; meine Nichte wird ſich in dieſer Straße nieder⸗ laſſen. Wenn Sie eine Tabaksdoſe brauchen⸗ ſchenken Sie nur ihr Ihre Kundſchaft.“
Girardieère iſt ſo niedergeſchlagen, daß er außer Stand iſt, nur ein einziges Wort zu antworten. In⸗ deſſen geht die Geſellſchaft hinaus, der er folgen muß; man verabſchiedet ſich von ihm, und er befin⸗ det ſich bald allein im Hausgange.
In der Verzweiflung rennt er mit dem Kopf gegen die Wand, reißt ſeine Haare vollends heraus und kommt endlich mit einem Fieber nach Hauſe zu⸗ rück. Als ſeine alte Mutter ihn fragt, was ihm fehle,
erwiedert er bloß mit einem äußerſt ſauren Geſicht: „Eine Katze war's... Mutter!... eine Katze!...
was iſt das auch für ein Einfall, eine Katze Herrn Fractin zu nennen!... ach! ich bin der Unglück⸗ lichſte auf der Welt! Einſt wars es ein Hund, we⸗ gen deſſen ich die Hand des Fräͤuleins Grandvil⸗ lain nicht erhielt, heute iſt eine Katze an dem Ver⸗ luſte Auguſtinens Schuld. Dieſe Thiere haben mich zum eheloſen Leben verdammt.“
Girardiere fällt in eine heſtige Krankheit, wäh⸗ rend welcher er nur von Hunden und Katzen träumt.
Er genest zwar wieder, bleibi aber traurig, nieder⸗
Paul. de Kock. XIVII.. 5
—————
.*


