Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
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ſich gelegt, als das kalte Tageslicht nach und nach zum Vorſcheine kam; aber noch ehe daſſelbe einen Strahl von Helle auf die Scene geworfen hatte, brach die tiefe, wohlklingende Stimme Hadji's durch den RufAllah! Allah! das Stillſchweigen der Luft, und dieſer Ruf wurde bald von allen Seiten durch die freudigen Krieger wiederholt, die nun ungeſtümm zum Sturme vorrückten. Sie hatten den Gipfel der Wälle erreicht, ehe ſich die Schildwachen von ihrem paniſchen Schrecken erholen konnten. Der geringe Widerſtand, den ſie leiſten konn⸗ ten, war nutzlos und ſie ſanken durch die kräftigen Arme der Stürmenden.

Wohin ſich auch die ruſſiſchen Soldaten wandten, als ſie im Schrecken und in Unordnung aus ihren Ba⸗ racken hervorkamen, fanden ſie ſich von Feinden umgeben. Selbſt die Seite, die ſie als unzugänglich betrachteten, hatte Alp Beg mit ſeinen jugendlichen, rüſtigen Beglei⸗ tern erſtiegen; während auf der Seeſeite Ivan und ſeine Bande die Verſchanzungen erſtiegen, und Alle, die einen Widerſtand zu leiſten ſuchten, von den Wallen getrieben hatte. Einige von den Entſchloſſenſten der Garniſon machten einen verzweifelten Verſuch, zu den Kanonen zu gelangen, welche bald einen Hagel von Kartätſchen aus⸗ ſchütteten; in wenigen Minuten waren jedoch die Män⸗ ner, welche feuerten, durch die Bergbewohuer zuſammen⸗ gehauen. 3

Auf allen Seiten erhob ſich jenes furchtbare Ge⸗ ſchrei, das ſelbſt die tapferſten Herzen beben machte. Unzählige Feinde ſchienen aus den dunkeln Wolken her⸗ aus unter die Ruſſen gekommen zu ſeyn, als die Tſcher⸗ keſſier die Feſtungswerke erſtiegen hatten. Arslan Gher⸗ rei und der Hadji hatten mit der Hauptmacht in der Front angegriffen; der Letztere hatte jedoch für ſich ge⸗ kämpft und ſich mit ſeinem Sohne Alp vereinigt, der rechts von ihm war, während der tapfere Kommandeur des Forts eine ſtarke Truppen⸗Abtheilung verſammelte, um obigen Häuptlingen in ihrem ſiegreichen Laufe ent⸗