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konnten wir nicht warten bis Kindar zurückkehrte, der ſo ſchön, ſo luſtig und ungelehrt iſt, vor dem ich niemals nöthig gehabt hätte zu er⸗ röthen, wenn ich auch noch ſo dumme Streiche gemacht, und mit dem ich mich niemals würde gelangweilt haben!
Aber Du weißt ja nicht einmal, ob der ſchöne Kindar Dich hätte heirathen mögen! rief ihre Mutter lachend.
Oh doch, Maman, das weiß ich. Er hat’s mir oft geſagt, ſchon als ich noch ein kleines Mädchen und er noch Cadet war. Der leidige Krieg iſt an Allem Schuld, der hat gemacht, daß mein ſchöner Vetter ſo ſchnell Officier ward und zum Regiment abgehen, und daß ich wäh⸗ rend der Zeit mich an einen Andern verheirathen mußte.
Aber an einen edlen, geiſtvollen und ehrenhaften Cavalier, der Ihrer Wahl Ehre macht, ſagte du Trouſſel ernſt.
Lord Elliot hat rothes Haar, ſchielt mit beiden Augen, und iſt ſo lang und dürr, daß er mehr wie ein Gedankenſtrich, als wie ein Menſch ausſieht. Wenn er in ſeinem gelbgrauen Reitcoſtüm erſcheint, muß ich jedes Mal an das große Windſpiel denken, das Sie mir einſt ſchenkten, Stiefväterchen, und das ſo lange und hohe Beine hatte, daß ich immer unter ihm durchkriechen konnte. Und wenn der Lord, juſt wie jenes Windſpiel, zu meinen Füßen liegt, und mich ſo anſieht, ſo ſchlagen ſeine Augen ſich förmlich zu einem Knoten zuſammen, und ich weiß niemals, ob er mich anſieht, oder eben im Begriff iſt, in Ohnmacht zu fallen, und darum die Augen ſo verdreht. Finden Sie nun noch, daß Lord Elliot meinem Geſchmack Ehre macht?
Gewiß, und das um ſo mehr, da Sie durch Ihre Wahl bewieſen, daß Sie im Stande ſind, die wahre Liebenswürdigkeit und Schönheit eines Mannes zu ſchätzen, und daß Ihnen das Aeußere ganz unbedeu⸗ tend und nebenſächlich erſcheint.
Ach, ach, jetzt fangen Sie auch an, mir großartige und erhabene Motive unterzuſchieben, rief Camilla lachend. Nein, nein, Stiefväter⸗ chen, ich bin wirklich nicht ſo erhaben, wie Sie denken, und ich hätte den Lord nicht geheirathet, wenn Maman und ich nicht Beide den ſehnlichen Wunſch gehegt hätten, von einander befreit zu ſein, weil wir uns Beide herzlich zur Laſt waren. Maman iſt noch viel zu ſchön und zu jung,


