welche die Gondolieri ſoeben aus der Gondel hoben, mit verlegenen und ängſtlichen Blicken betrachtete.
Nun denn, ſo geben Sie mir endlich Zimmer! rief der Fremde ungeduldig, indem er weiter in die Halle vorſchritt.
Der Wirth ſeufzte tief auf, und warf einen ſchmerzlich fragenden Blick auf ſeinen Oberkellner, den dieſer mit einem Achſelzucken erwiederte.
Ich werde ihn zuerſt in den Speiſeſaal führen, flüſterte der Wirth, und dann eilte er dem Fremden nach, der eben unwillig ſich umgewandt hatte und mit faſt zornigen Blicken nach dem Wirth hinſchaute.
Belieben Sie hier einzutreten, Eccellenza, ſagte der Wirth, indem er mit unterwürfiger Demuth die große Flügelthür, vor welcher ſie ge⸗ ſtanden, aufſtieß und den Fremden in den großen und prachtvollen Saal führte, der zugleich als Speiſeſaal und Ballſaal diente.
Und nun, Eccellenza, fuhr der Wirth fort, indem er die Thür hinter ſich zudrückte, und mit einem raſchen Blick ſich überzeugte, daß er mit dem Fremden allein war, nun verzeihen Sie meiner Neugierde, wenn ich, bevor ich die Ehre habe, Ihnen Zimmer anzuweiſen, mir zwei Fragen erlaube. Gedenken Eccellenza länger hier zu verweilen?
Einige Tage, mein Herr! Nun, Ihre zweite Frage?
Der Wirth zögerte ein wenig, dann fragte er mit niedergeſchlagenen Augen: ECccellenza ſind ein Deutſcher?
Ja, ein Deutſcher, ſagte der Fremde ungeduldig. Dachte ich mir's doch, ſeufzte der Wirth.
Wollen Sie mir jetzt Zimmer anweiſen oder nicht? rief der Fremde. Entſcheiden Sie ſich raſch, denn es giebt, ſo viel ich weiß, noch einige andere ſtattliche Hôtels am Canale grande, und ich denke überall willige Aufnahme zu finden.
Der Wirth verneigte ſich mit einer traurigen Geberde. Signor, ſagte er, ich werde Ihnen Zimmer anweiſen! Haben Sie die Gnade zu folgen!
Er durchmaß, wie Jemand, der einen verzweifelten Entſchluß ge⸗
faßt hat, den Saal, und ſtieß die andere Thür auf, die auf einen langen Corridor führte, an deſſen Seiten ſich numerirte Thüren befanden. Der Wirth ſchritt indeß an allen dieſen Thüren haſtig vorüber und trat in
—


