Teil eines Werkes 
Neue Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 2. Abtheilung : 1. Band (1859)
Entstehung
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Er nickte ihm leicht den Abſchiedsgruß zu und ſchritt dann mit feſtem ſtolzen Gang zu den Generälen hin, die in ehrerbietiger Entfernung von ihm ſich aufgeſtellt hatten.

Sein Auge glühte und flammte jetzt wieder, und ſein ganzes Weſen hatte wieder ſeinen energiſchen und kühnen Ausdruck angenommen. Meſſieurs, ſagte er mit klarer voller Stimme, das Schickſal iſt uns geſtern nicht günſtig geweſen. Aber es iſt deshalb doch kein Grund zu verzagen, und ich denke, es ſoll ein Tag kommen, wo wir dem Feind mit blutigen Zinſen zurückgeben wollen, was er uns geſtern gethan hat. Ich wenig⸗ ſtens hoffe auf dieſen Tag, ich will leben, um ihn zu erwarten, und alle meine Gedanken, meine Pläne und Beſtrebungen werden darauf ge⸗ richtet ſein, ihn herbeizuführen. Ich ſtrebe nach keinem andern Ruhm, als nach dem, Preußen zu erretten von dieſer Verſchwörung, welche ganz Europa wieder daſſelbe angezettelt hat. Ich will meinem Vaterlande den Frieden erobern, aber es ſoll und darf nur ein ehrenvoller, mächtiger Frieden ſein, welcher Preußen zugleich geehrt und groß daſtehen läßt. Einen anderen Frieden kann und werde ich niemals annehmen, und lieber werde ich mich unter den Trümmern meiner letzten Kanone begraben laſſen, als einen Frieden eingehen, der meinem Vaterlande keinen Vor⸗ theil, und uns Allen keinen Ruhm bringt! Die Ehre iſt doch das höchſte und heiligſte Gut der Individuen, wie der Völker; und Preußen welches ſeine Ehre in unſere Hand gelegt, muß dieſelbe von uns rein und fleckenlos wiedererhalten. Wenn das auch Ihre Meinung iſt, Meſ⸗ ſieurs, ſo rufen ſie mit mir: Es lebe Preußen! Es lebe Preußens Ehre!

Es lebe Preußen! Es lebe Preußens Ehre! riefen die Generäle und Officiere mit begeiſtertem Ruf, und wie eine Lawine wälzte der Ruf ſich weiter von Mund zu Mund, und die zerſtückelten und zerbröckelten Regimenter hatten ihn gehört, und riefen ihn nach, und die Feldmuſik ſtimmte einen ſchmetternden Toaſt an, und die Trommeln wirbelten drein. Die Fahnenträger entfalteten ihre Fahnen, und ließen die zerſchoſſenen und zerfetzten preußiſchen Adler im Morgenwind flattern, und aus tauſend Kehlen ſich einigend in einen einzigen Orgelton, drang der Ruf durch