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vor dem Fenſter ein buntes Gewirr von Uniformen und glänzenden Epaulettes ſich zeigte, er ſah nicht, wie von allen Seiten die Soldaten herbeiſtrömten, er hörte nicht das Trommeln und Blaſen, die Comman⸗ dorufe und die militairiſchen Signale.
Er hörte auch nicht, wie die Thür jetzt leiſe geöffnet ward und ſeine Adjutanten in derſelben erſchienen, während draußen, auf dem kleinen dunklen Flur, die Generäle und Stabsofficiere dicht aneinander gedrängt, ſo ehrfurchtsvoll und ſchweigend daſtanden, als befänden ſie ſich in dem glänzendſten Vorſaal eines Königſchloſſes.
Sire, flüſterte endlich einer der beiden Adjutanten, die Befehle Eurer Majeſtät ſind erfüllt. Die Generäle wünſchen Eurer Majeſtät ihre Ehrfurcht zu bezeigen.
Der König ließ die Hände langſam von ſeinem Antlitz gleite Und die Truppen? fragte er.
Sie beginnen ſo eben ſich auf der Ebene zu formiren!
Auch ſind wir eben beſchäftigt, ſagte der zweite Adjutant, unſere Kanonen aufzufahren.*
Der König wandte ſich heftig und mit faſt zornigem Geſicht zu ihm um. Herr, Er lügt! rief er laut, ich habe keine Kanonen mehr!*)
Eure Majeſtät hat, Gott ſei Dank, noch mehr als funfzig Kanonen, ſagte der Adjutant feſt, und ich laſſe ſie eben auffahren.
Ueber des Königs Antlitz flog es wie ein Lichtſtrahl hin, und ſeine bleichen Wangen färbten ſich mit einem roſigen Schimmer. Er ſtand raſch auf, und dem Adjutanten freundlich zunickend, trat er hinaus auf den Flur, wo die Generäle ehrfurchtsvoll ſich vor ihm neigten und
mühſam ſich zuſammendrängten, um dem König einen Weg zu öffnen.
Der König ſchritt mit hochgehobenem Haupt, aber ſchweigend durch ihre Reihen hin und trat vor die Hausthür.
Meſſieurs, ſagte er dann, das Haupt rückwärts wendend, laſſen Sie uns ſehen, was der geſtrige Tag uns noch übrig gelaſſen hat! Muſtern wir unſere Truppen!
Die Generäle und Stabsofficiere eilten ſchweigend von dannen, um
*) Hiſtoriſch. Siehe: v. Retzow. Th. II. S. 117.


