Reſcript zu erinnern. Die Gedanken und die Ge⸗ ſchicke der Menſchen ſind ſo wandelbar. Aber Gotzkowsky ſelber ſollte Gelegenheit haben, das undankbare Leipzig an ſeine früher verheißene Dankbarkeit zu erinnern, nicht, um ſie zu dieſen ver⸗ heißenen Gegendienſten anzufeuern, ſondern nur, um ſich vor der Verleumdung und der feindſeligen Ver⸗ dächtigung zu ſchützen!— Denn es kam ein Tag, an welchem Leipzig ſeine ausgeſtandene Qual und Noth vergeſſen hatte, und ſich nur noch erinnerte, daß Jo⸗ hann Gotzkowsky ſein Gläubiger ſei, und daß ſie ihm große Summen ſchuldeten. Weil er endlich ihres langen Wartens überdrüſſig, auf die Bezahlung drang, beſchuldigten ſie ihn des Eigennutzes, ſagten ſie, er habe ſich unnöthiger Weiſe in ihre Angelegenheiten eingemiſcht, und es wäre beſſer geweſen, wenn Gotz⸗ kowsky ſie damals nicht aus ihrer Gefangenſchaft be⸗ freit hätte, man würde freilich viel zu dulden, aber wenig Geld zu zahlen gehabt haben. 8
Gotzkowsky erwiederte dieſe Anſchuldigungen, wie es ſeinem edlen, ſtolzen Selbſt gemäß war,— er beſchwieg ſie.
Aber jetzt kamen neue Zeiten der Noth und der Bedrängniß für die reiche Stadt Leipzig, der preu⸗ ßiſche König forderte neue Contributionen, und jetzt erinnerten ſie ſich wieder der Liebesdienſte Gotz⸗ kowsky's, jetzt ſandten ſie ihm demüthige Briefe und fleheten ihn an, ſich ihrer zu erbarmen, jetzt hielt es dieſer klug berechnende Magiſtrat von Leipzig für gut,
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