Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 3. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 338—

Wahrhaftig, es iſt Porzellan! rief der König, in⸗ dem er den goldgeränderten Teller und die ſchöne gemalte Taſſe aus den Umhüllungen hervorzog und Alles prüfend betrachtete. Und wie ſein Auge jetzt auf der Malerei der Taſſe ruhte, nahmen ſeine Züge einen weichen und wehmüthigen Ausdruck an.

Mein Haus in Rheinsberg! murmelte er leiſe vor ſich hin. Ein Gruß aus meinen glücklichſten Tagen!

Im Schloſſe Rheinsberg hatte ich zuerſt die Gnade, Ew. Majeſtät vorgeſtellt zu werden, ſagte Gotzkowsky. Schloß Rheinsberg iſt mir daher eine theure Erin⸗ nerung und mußte die Probeſtücke zieren, welche aus meiner Porzellanfabrik hervorgingen.

Der König heftete ſeine Augen mit einem durch⸗ bohrenden Ausdruck auf ihn. Er will mir Mährchen erzählen. Ich bin kein Freund davon, ſoll Er wiſſen. Sage Er mir alſo die Wahrheit! Woher hat Er dies Porzellan genommen? Es iſt kein Meißner, wie ich ſehe, denn es fehlt das Zeichen. Auch iſt es ſtärker und weißer. Woher hat Er's?

Aus Berlin, Majeſtät! Ich hatte Ew. Majeſtät in Meißen zugeſagt, daß Sie künftig das Porzellan aus Ihren eigenen Landen beziehen ſollten, und ich durfte meinen Worten keine Schande machen!

Er hat es alſo gemacht, wie der liebe Gott! Er hat als Schöpfer mit dem Athem Seines Mundes eine Porzellanfabrik entſtehen laſſen.

Nicht mit dem Athem meines Mundes, aber mit dem Athem meines Geldes, Majeſtät!