Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 2. Band (1858)
Entstehung
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Eure Gläubiger um Euer Geld betrügen, damit Ihr

ſelbſt dabei zum reichen Mann werdet.

Ein allgemeiner Sturm des Unwillens unterbrach Gotzkowsky, und dieſe Männer, welche gekommen waren, Gotzkowsky ein Dankfeſt zu bereiten, drangen jetzt mit wüthender Geberde, und drohenden, zornigen Blicken auf ihn ein.

Anderthalb Millionen iſt kein Kinderſpiel, ſchrie Ephraim. Das Geld iſt mehr werth als die Ehre.

Ich ſage, das Gad iſt die Ehre, kreiſchte Itzig. Wenn wir unſere Millionen behalten, ſo behalten wir unſere Ehre!

Ihr ſeid ſehr großmüthig, höhnte Herr Kretſchmer, Ihr zahlt wie ein Kavalier aus den Taſchen An⸗ derer, und damit Ihr nicht wortbrüchig erſcheint, ſoll die Bürgerſchaft einige Millionen zahlen!

Gotzkowsky ſchleuderte einen Blick ſtolzer, mit⸗ leidiger Verachtung auf ihn, Ihr vergeßt, Herr, ſagte er, daß ich nicht in meinem Namen, ſondern im Na⸗ men des Magiſtrates und der Kaufmannſchaft gehan⸗

delt habe. Nicht ich perſönlich werde wortbrüchig,.

ſondern die ganze Stadt Berlin.

Aber ich wiederhole es, ſagte der Oberbürgermeiſter, der König hat uns von der Verpflichtung, unſer Wort zu halten, entbunden!

Kein König kann das, unterbrach ihn Gotzkowsky. Ein Ehrenmann muß ſein Wort erfüllen, und kein Menſch, und ſei er ſelbſt ein König, kann ihn davon befreien!

Gotzkowsky. II. 15