Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 2. Band (1858)
Entstehung
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der herauszugeben, und daß ſelbſt die ſtrengen Strafen, welche denjenigen auferlegt wurden, deren Verbrechen man den Muth hatte, den Generälen anzuzeigen, bald kein Schreckniß mehr waren, und keine Feſſel für die, von Oeſterreichern und Sachſen verleiteten Söhne der Steppen und der Eisfelder. Zweihundert und zwei und achtzig Häuſer in Berlin waren von den Oeſterreichern zerſtört und ausgeplündert, die Sachſen hatten das Königliche Schloß in Charlottenburg und die ganze Stadt verwüſtet,— ſollten nicht auch die Ruſſen ſich ein Denkmal des Vandalismus errichten? Sie thaten es in Schönhauſen, in dem Luſtſchloß der Gemahlin Friedrichs des Großen, welches dieſelbe auf ausdrücklichen Befehl des Königs vor einigen Tagen verlaſſen hatte, um ihre Reſidenz nach Magde⸗

burg zu verlegen.

Acht ruſſiſche Huſaren drangen in das Schloß ein und forderten unter fürchterlichen Drohungen das Königliche Silberzeug. Nur der Caſtellan mit ſeiner Frau und einigen königlichen Dienern waren zum Schutze des Schloſſes zurückgelaſſen, und von ihnen konnte den wüthenden Huſaren nur entgegnet werden, daß Alles, was ſie ſuchten, mit nach Magdeburg ge⸗ nommen worden ſei. Dieſe Nachricht verſetzte die Soldaten in die wildeſte Wuth. Gleich den Brühl'ſchen Dragonern in Charlottenburg verwüſteten ſie das Schloß Schönhauſen, und entkleideten den Caſtellan und ſeine Gattin, um ſie unter rohem Gelächter blu⸗

tig zu peitſchen, und ſie mit glühend gemachten Zangen Gotzkowsky II. 3