Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 2. Band (1858)
Entstehung
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denn nur ein edler, hochherziger Mann kann des edlen Mannes Freund ſein. Sie werden ſich unſerer Noth erbarmen!

Sagen Sie mir, womit ich Ihnen dienen und Ihnen gefällig ſein kann, rief der General. Mein Wort vermag viel bei unſerem General en chef, dem Grafen Tottleben.

Gotzkowsky ſchwieg. So bittet doch, daß er uns die Kriegscontribution ſo klein als möglich mache, flüſterte Herr von Kircheiſen, ſich an Gotzkowsky's Ohr neigend. 3

Aber Gotzkowsky achtete nicht auf ihn, er heftete ſeine großen dunklen Augen auf den General und ſchien in ſeiner Seele leſen zu wollen.

Sprechen Sie nur, ſagte der General. Wenn es möglich iſt, ſoll Ihre Bitte erfüllt werden!

Nun denn, mein General, rief Gotzkowsky, dies iſt meine Bitte: verſchont die Armen und Dürftigen dieſer Stadt! Befehlt Euren Soldaten menſchlich zu

ſein und des Mitleids nicht zu vergeſſen! Laßt Eure

Krieger nicht morden und plündern, laßt ſie die Wehr⸗ loſen und Beſiegten nicht noch verſpotten! Gebt der

Welt das Beiſpiel eines großmüthigen und edlen

Siegers!

Der General ſah mit ſteigender Verwunderung in Gotzkowsky's edles Antlitz, und ſeine Züge unhmen einen immer freundlicheren Ausdruck an.

Ich gebe Ihnen mein Wort, daß Ihre Bitte er⸗

füllt werden ſoll, ſagte er. Ich werde meinen Krie⸗ Gotzkowsky. II. 2