4
ſiſchen Zeitung, und ſehr ſtolz machte es ihn zu den⸗ ken, daß er diesmal dem Herrn Kretſchmer zuvorge⸗ kommen, daß er allein es alſo ſein würde, der morgen den Berlinern eine Schilderung des herrlichen und. pomphaften Einzugs der Ruſſen bringen würde. Der Redacteur der Voſſiſchen Zeitung ahnte nichts von der Nähe ſeines Rivalen. Er freute ſich noch immer des glücklich errungenen Vortheils und fuhr froh und heiter in ſeinem Selbſtgeſpräch fort: Ich muß in der That lachen, wenn ich an die Spenerſche Zeitung denke. Ich ſelber gab Herrn Krauſe den Rath, ſich zu verbergen, und der Gute iſt ihm pünkt⸗ lich nachgekommen. Ach, dieſer kleine, zitternde Greis träumt vielleicht, ich ſäße, wie er ſelber, hinterm Ofen, während es hier doch einen Stoff giebt, den ich für meine Zeitung ausbeuten kann! Ein guter Stoff, der ſich zu einem intereſſanten Artikel verſchmieden läßt, iſt kein ſo gewöhnliches Ding, daß man ihn achtlos verſchleudern könnte. Schlafe alſo, ſchlafe, gute Spener'ſche, die Voſſiſche wacht! Aber die Spener'che Zeitung ſchlief nicht! Sie ſaß da drüben an dem Thorpfeiler und ſchmunzelte behaglich vor ſich hin, und ſagte zu ſich ſelber: welch' ein Glück, daß ich dieſer Voſſiſchen Zeitung zuvor⸗ gekommen bin. Dann ſchwieg Herr Krauſe, aber ſeine Gedanken ſchwiegen nicht und im Grunde ſeines Her⸗ zens ſtellte er tiefſinnige Betrachtungen darüber an, wie überflüſſig und unnöthig doch das Erſcheinen einer zweiten Zeitung eigentlich ſei.


