Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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1739

tolle Gedanke, wie, wenn dieſer Menſch nun toll⸗ kühn und verwogen genug wäre, zu meiner Tochter zu gehen? Ach ich vergaß noch Dir ſeinen Namen zu ſagen. Feodor von Brenda heißt der falſche Gaſt⸗ freund, und Feodor von Brenda hieß auch der Offi⸗ zier, der heute den Parlamentair verlaſſen, um viel⸗ leicht zu irgend einem verliebten Abenteuer zu gehen. Weßhalb zitterſt Du? fragte er ſie jetzt mit donnern⸗ der Stimme, als ihre Hand in der ſeinen zuckte.

Ich zittere nicht, mein Vater! ſagte ſie, nach Faſ⸗ ſung ringend.

Gotzkowsky fuhr mit erhöheter, ſchallender Stimme fort: Verzeihe mir dieſen Gedanken, mein Kind. Ich hätte wiſſen ſollen, daß ſelbſt, wenn dieſer freche Ruſſe es wagte, eine frühere Bekanntſchaft zu erneuern, meine Tochter niemals ſo klein und niedrig denken würde, ihn willkommen zu heißen; denn ein deutſches Mädchen wirft ſeine Ehre nicht weg an einen ruſſi⸗ ſchen Barbaren!

Vater, rief Eliſe entſetzt, und aller Vorſicht ver⸗ geſſend, Vater, ſprich nicht ſo laut!

Nicht ſo laut? Es kann uns alſo Jemand hören? fragte Gotzkowsky, den Arm ſeiner Tochter heftig drückend. Ich will laut ſprechen! Ich will es laut ſagen: Der iſt ein Bube, der ſich feig und ehrlos verbirgt, ſtatt ſich zu vertheidigen, eine Memme, der die Ehre eines Mädchens in die Schanze ſchlägt gegen ſein eigenes, jämmerlich Leben! Ken Deutſcher thäte das, nur ein Ruß