Teil eines Werkes 
4. (Supplement-) Abtheilung, Johann Gotzkowsky oder Friedrich der Große und sein Kaufmann : historischer Roman : 1. Band (1858)
Entstehung
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nen und Blut war es in die Geſchichte Preußens und Deutſchlands eingezeichnet. Selbſt Berlin, das

ſeligen Bedrängniſſen des Krieges, zeigte jetzt eine eernſthafte trübe Miene, und es ſchien, als wenn der ſeitere Witz und der ſarkaſtiſche Humor, welcher die Einwohner der guten Stadt Berlin von jeher ausge⸗ zeichnet, ſie jetzt ganz verlaſſen habe. Wenn man durch die breiten leeren Straßen ging, begegnete man nur trüben Geſichtern, nur ſchwarzgekleideten Weibern, welche ihre Männer oder ihre Söhne betrauerten, die in irgend einer der vielen Schlachten dieſes Krieges ge⸗ fallen waren, oder Müttern, die mit trübem Blicke in die Zukunft ſchauten, und an ihre fernen Söhne dach ten, die zur Armee gegangen waren.

Hier und da auch ſah man irgend einen verwun⸗ deten Soldaten mühſam die Straße hinunter ſchwan⸗ ken, ſelten aber begegnete man rüſtigen Männern, noch ſeltener ſah man ein friſches Jünglingsangeſicht. Ber⸗ lin hatte nicht nur ſeine Männer und Jünglinge, es hatte ſelbſt ſeine vierzehnjährigen Knaben abliefern müſſen zu der Armee, welche, nach dem eigenen Ge⸗ ſtändniß Friedrich's des Großen, im Feldzug des Jah⸗ rres 1760 nur aus Ueberläufern, Marodeurs und bart⸗ loſen Knaben beſtand*).

*) Das preußiſche Heer war ergänzt, aber nicht mit alten Soldaten, noch mit Truppen, die zum Gebrauch

dienen konnten, ſagt Friedrich der Große ſelbſt, ſondern nur mit Soldaten zur Schau. Denn was iſt ladenn

bis dahin wenig zu leiden gehabt hatte von den un⸗