Teil eines Werkes 
Berlin und Sansouci oder Friedrich der Große und seine Freunde : historischer Roman : 3. Band (1857)
Entstehung
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er wird das mit Freuden thun, denn er gehört zu den großen und edlen Seelen, welche es nicht ſcheuen, Andern verpflichtet zu ſein und zur Dankbarkeit nicht zu ſtolz ſind. Kommen Sie alſo zu Eckhof.

Er wollte Lupinus ungeſtüm mit ſich fortziehen, dieſer aber wehrte ihn ſanft zurück. Nein, ſagte er, ich gehe nicht zu Ekhof. Ihm kann es gleichgültig ſein, wer ihm dieſe Warnung gebracht, und ich habe es nicht gethan, um Dank zu erwerben, ſondern um meinem Gewiſſen Genüge zu thun. Was ſoll ich bei Eckhof? Er würde ſpotten über den ungelenkigen, ſchüchternen und traurigen Studenten, und wie de⸗ müthig und unbedeutend ich immer ſei, ſo will ich doch nicht, daß man über mich lache.

Glauben Sie wirklich, daß Eckhof das thun würde? Er, welcher die tiefſte Verehrung, die heiligſte Andacht hat für Alles, was der Kunſt und der Viſſenſchaft angehört, für Alles, was natürlich und wahr, edel und gut iſt? Er, welcher das Herz eines Kindes und die Liebeskraft einer Frau hat, er ſollte Sie verlachen, weil Sie nicht ſind, wie wir, das heißt, nicht leicht⸗ ſinnig, übermüthig, unverſtändig und thöricht, ſondern weiſe und gelehrt, obwohl Sie ein Kind ſind, treu und zu gut ſelbſt gegen uns, welche Sie ohne Zweifel geringſchätzen!

Ich? fragte Lupinus ganz erſtaunt. Ich ſollte Sie geringſchätzen? Ach, Sie wiſſen alſo nicht, aber nein, unterbrach er ſich ſelber, wir ſprechen über das Alles ein ander Mal. Heute haben wir Beide zu thun. Ich will verſuchen, die Studenten zu ermitteln, welche der Herr Rector gewonnen hat, und Sie müſ⸗ ſen zu Eckhof eilen, um mit ihm die nöthigen Verab⸗ redungen zu treffen.

Sie wollen mich alſo nicht zu ihm begleiten?