Teil eines Werkes 
2. Folge, Friedrich der Große und seine Geschwister : historischer Roman : 1. Abtheilung : 3. Band (1857)
Entstehung
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ſagte ſie. Es iſt ſchon vorüber. Es ſind meine letzten

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Nein, ſagte fie, ich will Dich nicht heirathen. Aber Du darfſt doch nicht in den Krieg gehen, denn wenn Du als Deſerteur heimkehrteſt, ſo würde das Deinem Vater das Herz brechen, und es wäre eine Schande, nicht bloß für mich, ſondern für das ganze Dorf. Ueberlege alſo wohl, was Du ſagſt und was Du denkſt! Vielleicht täuſcheſt Du Dich über Dich ſelber, vielleicht bildeſt Du Dir nur ein, daß Du nicht in den Krieg gehen magſt, weil Du an Deinen alten Vater und an mich denkſt, und uns nicht verlaſſen möchteſt. Frage Dein Gewiſſen und Dein Herz, und denke, daß Gott Deine Antwort hört, Karl Heinrich! Glaubſt Du, daß Du wirklich keinen Muth haſt, und daß Du aus der Schlacht weglaufen würdeſt?

Ich glaub's, ſo wahr mir Gott helfe, Anna Sophie. Nein, ich glaub's nicht, ich weiß es ganz gewiß! Es iſt gegen meine Natur, tapfer zu ſein. Ich bin nicht dazu erzogen, und ich kann's daher nicht. Ich bin ein tüchtiger Ackersmann, aber ich würde ein ſehr ſchlechter Soldat ſein, und der König würde keine Freude an mir erleben. 3

Anna Sophie ſeußzte tief auf und ſchlug beide Hände vor ihr Geſicht. So ſtand ſie lange ächzend und leiſe wimmernd ihrem Verlobten gegenüber, und er ſah, wie zwiſchen ihren Fingern dicke Thränen hervorquollen, und auf das Moos und Gras zu ihren Füßen nieder⸗ fielen, wo ſie wie helle Thautropfen in der Sonne funkelten.

Warum weinſt Du denn, Anna Sophie? fragte er ganz verwundert. Was hat Dich denn auf einmal ſo traurig gemacht?

Sie ließ ihre Hände von ihrem Antlitz gleiten und ſchüttelte heftig den Kopf. Ich weine gar nicht mehr,