Teil eines Werkes 
3. Band (1861)
Entstehung
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welche die Seele der Seele ſich verkündete und offenbarte. Als Nordheim aber einen Arm um ſie ſchlingen wollte, als er ſich neigte, ihre Lippen zu küſſen, wehrte ihn Aurelia ſanft und leiſe zurück: micht alſo, ich bin nicht ſtark genug, dies zu er⸗ tragen! Und nun, fuhr ſie mit freudiger lauter Stimme fort:nun ſollſt Du aus meinen Händen Deine Braut empfangen. Es iſt das letzte Mal, daß ich meine Rechte als Mutter in Anſpruch nehme, und ich weiß, Ellinor wird mir dies verzeihen! Sie öffnete die Thür und bat Ellen einzutreten, und als dieſe geſenkten Auges, erröthend und erbleichend ihrem Rufe Folge leiſtete, als ſie unſchlüſſig, bebend von ferne ſtand, nicht wagte das Auge aufzuſchlagen, da faßte Aurelia mit ſanftem Liebeswort ihre Hand und führte das erglühende, zitternde Mädchen ihrem Geliebten ent⸗ gegen, und ihre Hände ineinander legend, ſagte ſie feierlich:nimm ſie hin, Nordheim, nimm ſie hin, das Kind meines Herzens, und Du, Ellen, nimm ihn hin, den Freund meiner Seele!

Als ihre Hände ſich berührten und inein⸗ ander ruhten, durchzuckte es ſie Beide wie mit elektriſchem Schlage, ſie blickten empor und ſchau⸗ ten einander an, lange und ſchweigend, ihre Lip⸗ pen bewegten ſich, ſie lächelten, und dann ſagte Nordheim ganz leiſe, denn er war in reiner Liebe ſchüchtern geworden, wie ein Knabe, ganz leiſe: o Ellen, o meine Geliebte! 8