Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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vierundzwanzig Stunden, und wir werfen Anker vor Philadelphia!

Vierundzwanzig Stunden! Welche unermeß⸗ liche Zeit! Vierundzwanzig Stunden! Die ſind nicht zu zählen nach Secunden und Minuten, nicht nach Stunden und Tagen, es ſind Monate, Jahre! Ach, was beginnen mit dieſen troſtlos langen unermeßlichen vierundzwanzig Stunden? Was denken in dieſer langen, langen Zeit! Alle Geduld iſt erſchöpft, alle Reſignation beendet. Ach für vierundzwanzig Tage, auch Monate hat man wohl Geduld, aber wo ſie auftreiben für vierundzwanzig Stunden? Wo Ruhe finden in dieſer Ewigkeit des Harrens, während man das Ziel ſchon vor Augen hat!? Was beginnen? Schlafen? Ach, wer kann ſchlafen in dieſer höch⸗ ſten, bis auf die Spitze getriebenen Ungeduld?! Leſen? Die Buchſtaben hüpfen und tanzen nur umher, bis ſie ſich zuſammenſetzen zu der furcht⸗ baren Zahl: Vierundzwanzig! Eſſen, wo der Duft der Speiſen ſchon Widerwillen erregt? Nur ſehen, ſehen nach dem Ziele hin! Ach, aber dieſe vierundzwanzig Stunden ſchließen auch eine Nacht ein! Es wird dunkel! Wie das Auge ſich auch anſtrengt, es kann nichts mehr unterſcheiden, nichts! Furchtbar! Das Ziel nicht mehr ſehen, nicht mehh ſchauen, wie es näher rückt, immer näher! Ent⸗ ſetzliche, bleierne, unerbittliche Nacht! Und dann zuletzt ſchläft ſie ein vor Müdigkeit, die arme,