Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Herz, wenn weit, weit am Horizont ein Segel ſich zeigte, die Spitze eines Maſtes ſichtbar ward! O, ein Sturm wäre ihr willkommen geweſen, wenn er auch Gefahr brächte und Tod, trieb er doch vörwärts, vorwärts jenem Schiffe nach. Welche Freude, wenn ſie bemerkte, wie raſch die Hoffnung ſegelte, wenn die Formen jenes an⸗ dern Schiffes deutlicher und beſtimmter hervor⸗ traten. Jetzt konnte ſie ſchon durch das Fernrohr die Maſten unterſcheiden, die Matroſen auf dem Verdeck umhergehen ſehen!

Kapitän, lieber guter Kapitän, kommen ſie ſchnell! Mitleid, Mitleid mit meiner Ungeduld! Iſt jenes Schiff dort wohl der Pilot?

Armes Kind! Immer nicht, immer nicht der Pilot!

Effie ſenkt ihr Haupt auf ihre Bruſt, und eine Thräne rollt über ihre Wange herab.Ar⸗ mes Kind! Aber die Zeit vergeht, wenn auch langſam, wenn auch mit Schneckengang. Dieſel⸗ ben Tage, die dem Einen eine Ewigkeit ſcheinen, dünken dem Andern kaum ein Moment. Ein Tag des Glücks iſt ſo kurz, ſo ſchnell enteilende eine Stunde des Unglücks ſo unermeßlich lang, ewig dauernd. Ach, Genuß und Freude macht Jahre zu Tagen, und Monde entſchwinden, Schaten gleich, 3 aber das Sehnen, das Harren und( dehnt Jahre zu Unermeßlichkeiten, und Manden ſcheinen die Dauer eines ganzen Lebens zu erlan⸗