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aufſchreckend aus ſeinen Träumen, fühlte er, daß er allein ſei!
Aber ſein Schmerz war bei ſeiner Tiefe und Unendlichkeit dennoch nicht unmännlich. Aus die⸗ ſer anfänglichen Erſtarrung und Unthätigkeit raffte
er ſich auf mit dem männlichen Entſchluſſe,
nicht allein das Leben zu ertragen, in demſelben zu nützen. Und war tt reich, hatte er nicht die Mittel, denen zu nützen, welche allein er liebte und ſeine Brüder nannte— die Armen und Hungernden?!
O gewiß, dies iſt ein ſchönes Loos, dies iſt die Sendung, zu welcher Camillens Segen mich berufen! dachte Edmund, und machte ſich bereit, dieſer Sendung zu genügen..
Und er ging in die Hütten der Armuth, Troſt und Hülfe zu bringen, die Hungernden zu ſät⸗ tigen, die Verzweifelten zu tröſten. Der Ver⸗
dern auch
ſchämten Noth ſpürte er nach, um ſie mit zartem
Edelſinne zu unterſtützen, das verſchwiegene Leid, das nur auf bleichen Wangen und aus weinenden Augen zu ihm ſprach, wußte er ſtets zu finden und
zu tröſten, und der Segen der Armen, denen er
geholfen, der Leidenden, die er getröſtet, folgte ihm, kam ihm entgegen, wo er erſchien.
Nie war ſein Haus den Hülfe⸗Begehrenden verſchloſſen, nie ward er unwillig, ihren Klagen zu⸗ zuhören und ihre Sorge durch gütevollen Zuſpruch zu mildern. Aber ſeine Mildthätigkeit begnügte


