Teil eines Werkes 
7. Theil, Bonners oder Geschichte eines Millionärs : 3. Band (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Voll hohen Triumphes in ihren Zügen ſtieg die Baronin in den Wagen und befahl dem er⸗ ſtaunten Diener, nach der von ihr bezeichneten abgelegenen Vorſtadt zu fahren.

Sie war ſo freudig erregt durch alle die ſtolzen Zukunftspläne, die ſich ihrer Phantaſie auf⸗ drängten, daß ſie nicht die kleinſte Mißſtimmung empfand, als der Wagen in der öden Gaſſe vor dem ſchmuzigen, elenden Hauſe hielt, und ihr Diener mit ſpöttiſchem Lächeln fragte, nob die gnädige Frau wirklich hier auszuſteigen und in ſolch eine Mörderhöhle einzutreten gedächte?

Ja, ja, Jean! ſagte ſie lächelnd, indem ſie ausſtieg;und da Du Furcht zu haben ſcheinſt, brauchſt Du mich nicht zu begleiten; Du magſt hier unten auf mich warten.

Mit elaſtiſchen Schritten ſtieg ſie die ſteilen Treppen hinan, bis ſie athemlos und erſchöpft die letzte Stufe erklommen hatte, und, hier einen Augenblick ausruhend, an der niedern Kammer⸗ thür lehnte.

In dieſem Augenblicke öffnete ſich dieſelbe und Edmund trat heraus.

Die Baronin erſchrak vor der fahlen Leichen⸗ bläſſe ſeines Angeſichtes, die durch die ſchwarze Trauerkleidung noch mehr hervorgehoben ward, und als Edmund ſeine tiefliegenden, düſteren Blicke auf ſie heftete, ſenkte ſie unwillkürlich die ihrigen zu Boden.