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einen Tiſch ſtützte, der ganz bedeckt war mit Medicin⸗ flaſchen und Salben.
Ach, endlich! ſeufzte die Kranke. Gelobt ſei Gott, endlich ein Prediger!
Und ſie wandte ihre troſtloſen Blicke auf Gotthold, der ſich ihr mit mitleidsvollen Mienen genähert hatte.
Ach mein Herr, tröſten Sie mich, ſprechen Sie mir Muth ein, denn meine Leiden ſind groß. Ich habe alle irdiſchen Mittel verſucht und ſie ſind alle vergeb⸗ lich geweſen, jetzt hoffe ich auf den Himmel, daß er mir mindeſtens Kraft gebe, meine Schmerzen ohne Murren zu tragen.
Und dieſe Kraft wird Ihnen werden, wenn Sie nur den rechten Glauben haben! ſagte Gotthold.
Geben Sie ihn mir, dieſen rechten Glauben, rief die Kranke angſtvoll, geben Sie mir den rechten Troſt, damit er mich ſtärke und meine Seele vor Verzweif⸗ lung bewahre! Leſen Sie mir etwas vor, Herr Predi⸗ ger, ein recht ſchönes, frommes Lied, das iſt beſſer als alles Reden und Sprechen. Ja, ich will ein Troſtlied hören, weiter nichts als ein Troſtlied! ächzte ſie un⸗ geduldig.
Gotthold zog aus ſeiner Buſentaſche ein kleines Ge⸗ betbuch, das er immer bei ſich trug, und in welches er. mit eigener Hand Gebete, für alle Lagen des Lebens berechnet, eingetragen.
Ach, ein recht ſchönes Gedicht, wo recht viel Troſt drin enthalten iſt! ſeufzte die Kranke und lehnte ſich in ihre Kiſſen zurück.. 1
Ehe ich es beginne, ſagte Gotthold, die Hände fal⸗ tend, ehe ich dieſen heiligen Ruf erfülle, muß ich mir⸗ noch einige Bemerkungen erlauben. Sie, meine ver⸗ ehrte Dame, gehören nicht zu meiner Gemeinde, und ich bin daher auch nicht verpflichtet, Ihnen beizuſtehen in Ihren geiſtigen Nöthen. Ich thue es aber dennoch


