Teil eines Werkes 
1. Theil (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

204

Sie ſind der Mann dazu, fiel der Baron ein. Sie beſitzen die Kenntntß und die Geſchicklichkeit. Zeigen Sie jetzt, Lornſen, was die Intenſität Ihres Willens vermag, in wie weit Sie höheren Ideen zugänglich ſind. Sie werden dadurch diejenigen zur richtigen Erkenntniß über Sie bringen, von denen Ihre Zukunft abhängt.

Ich fürchte, ſagte Jens, indem er vor ſich nieder⸗ blickte, daß meine Zukunft durch dieſen Auftrag nicht gewinnen wird.

Mein Freund, ſprach Hammerſteen lächelnd, ein Staatsmann muß auch bei ſeinen erſten Schritten Talleyrands berühmtes Wort niemals vergeſſen, daß die Sprache dazu vorhanden ſei, die Gedanken zu verbergen; wenn man jedoch gewandt, vorſichtig und überlegt die Worte wählt, ſo giebt es mancherlei Fälle, wo man auch kühn und beſtimmt ſein darf. Hier haben wir einen ſolchen Fall. Sie haben nichts zu verbergen, nichts in Schleier zu hüllen; ſagen Sie vielmehr gerade heraus und mit aller Beſtimmt⸗ heit, was Sie denken.

Meine Ueberzeugung? erwiderte Lornſen fragend und mit Nachdruck..

Ihre volle Ueberzeugung, ſprach der Staatsrath, doch ohne Phraſen. Erinnern Sie ſich, Herr