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Seemann findet ſich nicht jenes beharrliche Trachten nach Auf⸗ regung, in welchem die Krankheit eines Landtrunkenbolds beſteht, da bei ihm mehr der phyſiſche als der moraliſche Menſch in Unordnung gerathen iſt. Wir konnten es uns nie genügend erklären, wie es zu⸗ ging, daß Jack hin und wieder von einer ſo ſchlimmen Trunkſucht befallen wurde, wie denn auch die Art ſeiner Berauſchung am Lande nicht ihres Gleichen fand. Wir wiſſen ſehr gut, daß für dieſe Manie viele Gründe angegeben werden, die alle an ſich betrachtet gut genug ſind, obſchon keiner derſelben hinreichend iſt, zu erklären, wie man ſich den größten Gefahren, ſogar der des Daſeyns ausſetzen mag, um ſich fur ein paar Stunden über alle Sorgen des Lebens erheben und ſogar unter die Natur des vergänglichen Viehs zu erniedrigen. Die Vorwände zum Trinken ſind, für den Säufer wenigſtens, ebenſo vor⸗ trefflich als mannigfaltig. Zuviel oder zu wenig Glück, Freude oder Schmerz, gute oder ſchlimme Nachrichten, Geburts⸗ oder Todesfälle, Heirathen oder Eheſcheidungen— Alles dies ſind gleich unanfechtbare Motive. Der Hunger nimmt, wie der überfüllte Magen, ſeine Zu⸗ flucht zum Becher, und wenn der Menſch einmal dieſer Bethörung verfallen iſt, ſo mißt er ſein Leben nicht nach Stunden, Wochen und Jahren, eben ſo wenig nach guten oder böſen Gedanken und Thaten, ſondern ausſchließlich nach der Menge ſtarken Getränkes, das er in ſich gegoſſen, oder nach den Abwechslungen des betrunkenen und nüch⸗ ternen Zuſtandes.
Doch Alles dies findet nur eine ſehr unbedeutende Anwendung auf den Matroſen. Gebe man ihm genug zu trinken, und er wird deſſen in einem Grade überdrüſſig, daß er ſich vor ſich ſelbſt ſchämt. Durch die vortrefflichſten Regulative ſieht er ſich gezwungen, ein der Geſundheit zuträgliches, geordnetes Leben zu führen und beziehungs⸗ weiſe müßig zu bleiben. Iſt ſein Thorheitsanfall vorüber— das heißt, wenn man ihn gehörig ablaufen läßt— ſo zieht er ſeine Fol⸗ gerungen und erklärt ſich für einen Eſel, der nur wenig beſſer ſey, als ein landläuferiſcher Tölpel. Er lebt dann fortan reinlich und


