haben Sie keine Regel, von welcher Sie ſich leiten laſſen?«
„Ja, ich habe eine folche; wie ſonderbar das Glück wechſelt, ich bin ſo daran gewöhnt, daß ich faſt immer richtig ſetze. Iſt mir das Glück einmal günſtig, ſo habe ich eine eigene Methode, kann aber nicht ſagen, worin ſie beſteht. Ich weiß nur das, daß ich mein Geld ver⸗ liere, wenn ich von ihr abgehe. Sie mögen ſie gutes Glück nennen, oder wie Sie ſonſt wollen— eine Regel iſt ſie eigentlich nicht.«
„»Welches ſind denn Ihre Regeln oder Nicht⸗Regeln?“
»Ganz einfach dieſe beiden. Die erſte iſt leicht zu befolgen. Ich mache es mir zur Regel, niemals über eine gewiſſe Summe zu verlieren, wenn ich beim An⸗ fange Unglück habe— laſſen Sie uns zwanzig Einſätze annehmen, wie hoch Sie auch ſpielen mögen. Sie kön⸗ nen dieſe Regel leicht befolgen, wenn Sie nur eine ge⸗ wiſſe Summe mitnehmen, und was mich betrifft, ſo ge⸗ höre ich nicht zu den Begünſtigken, denen der Cronpier oder die Aufwärter Geld darleihen. Die zweite Regel iſt um ſo ſchwerer, und entſcheidet darüber, ob Sie ein Spieler ſind, oder nicht. Ich höre ſtets auf, wenn ich eine gewiſſe Summe gewonnen habe,— oder auch noch früher, wenn die Chancen meines Spiels zu ſehr ſchwan⸗ ken. Da liegt die Schwierigkeit. Es ſcheint ſehr thö⸗ richt zu ſein, das Glück nicht zu verfolgen; allein For⸗ tuna iſt ſo launenhaft, daß ſie Jeden verläßt, der ihr länger als eine Stunde traut. Dies iſt meine Sbiel⸗ weiſe, und ich ſtehe mich gut dabei, woraus jedoch nicht folgt, daß dieſes auch bei Anderen der Fall ſein würde. Aber es iſt ſchon ſehr ſpät, oder vielmehr ſehr krii ich wünſche Ihnen eine gute Nacht 8
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