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Eine ſeiner Bemerkungen fiel mir jedoch auf.»Win⸗ dermear,“« ſagte er,»warf, wie ich mich entſinne, eines Tages, als ich Sie lobte, hin, Sie wären ein wackerer, junger Mann, doch in Betreff eines Punktes ein wenig téte montée. Ich ſehe jetzt, daß es dieſer ſein muß.«
Ich erwiederke nichts, obgleich es ohne Zweifel ſehr ſonderbar war, daß der Major in Betreff dieſes Punk⸗ tes, was beſtimmt der Fall war, ganz und gar nichts ahnte. Wir hatten ein paar Mal meine Angelegenhei⸗ ten beſprochen. Ich hatte ihn darauf hingeleitet zu glauben, daß meine Eltern nicht lange nach meiner Geburt geſtorben wären, und daß ich in den Beſitz ei⸗ nes großen Vermögens gelangen würde, ſobald ich die Jahre der Mündigkeit erreichte. Allein es war nur durch halbe Antworten, nicht aber durch beſtimmte An⸗ gaben geſchehen. Die Urſache davon, daß der Major nichts merkte, lag darin, daß er, der alles Betruges Meiſter war, gar keine Ahnung hatte, daß er durch einen ſo jungen, einnehmenden und anſcheinend ſo auf⸗ richtigen Menſchen, wie ich, hintergangen werden könne, Er hatte ſich in der That ſelbſt betrogen. Seine hohe Meinung von meinem Vermögen gründete ſich lediglich darauf, daß ich ihn gefragt hatte, ob er den Namen Ja⸗ phet trotz zehntauſend Pfund jährlich ablegen würde. Lord Windermear hielt es, nachdem er mich mit ihm bekannt gemacht, keineswegs für nothwendig, ihm eine Ge⸗ ſchichte mitzutheilen, zu deren Kenntniß er ſelbſt nur auf vertraulichem Wege gelangt war. Er ließ die Dinge ihren Gang gehen, und wollte es mir ſelbſt überlaſſen,
wie ich durch die Welt käme. So hintergehen die Ver⸗
ſchlagenſten ſich ſelbſt, und werden, indem ihre Augen für jeden Betrug von Seiten Anderer offen ſind, voll⸗ kommen blind, wenn ſie ſelbſt betrügen.
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