Teil eines Werkes 
5. Bändchen (1809)
Entstehung
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genden unbewohnt. Die ſpaniſchen Eroberer ſind nur dem Vorgange der von ihnen uͤberwunde⸗ nen Voͤlker gefolgt. Die Azteque's, vielleicht Be⸗ wohner des Nordens von Aſien, blieben bey ihrer Wanderung nach Suͤden immer auf dem Ruͤcken der Cordilleren, und zogen die kuͤhlern Gebirgsflaͤchen den uͤbermaͤſſig heiſſen Gegenden am Ufer des Mee⸗ res vor.

Das Land Anahuac, das eigentliche Reich Montezuma II. zur Zeit der Ankunft des Cortes in Mexiko, betraͤgt kaum den achten Theil des heuti⸗ gen Neuſpaniens. Die groſſen Staͤdte der Azte⸗ que's, die am beſten kultivirten Laͤndereyen, befan⸗ den ſich in der Gegend der Hauptſtadt von Mexiko, in dem ſchoͤnen Thale von Tenochtitlan. Schon die⸗ ſer Grund wuͤrde zugereicht haben, die Spanier zur Wahl dieſer Wohnplaͤtze zu beſtimmen, es ge⸗ fiel ihnen aber auch uͤberdieß, ſich auf Bergflaͤchen anzuſiedeln, deren Klima jenem ihres Vaterlands aͤhnelte, und die folglich geeignet waren, die Ge⸗ treidearten und Fruchtbaͤume Europens hervorzu⸗ bringen. Der Indigo, die Baumwolle, der Zu⸗ cker, der Kaffee, die vier groſſen Gegenſtaͤnde des 1 Handels der Antillen und der tropiſchen Gegenden, reizten die Eroberer des ſechzehnten Jahrhunderts wenig; ſie geizten nur nach edeln Metallen, und dieſe Begierde feſſelte ſie an den Rücken der Gebir⸗

ge im Mittelpunkte Neuſpaniens. Wie groß die Bevoͤlkerung Mexikos zur Zeit ſeiner Eroberung durch die Spanier geweſen ſey,