Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1809)
Entstehung
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4 atefen. Jene wohnen ebenfalls im Innern der F.

Inſel, und machen einen beſondern Staat aus, welcher von eigenen Koͤnigen beherrſcht wird. Die Cingaleſen hingegen wohnen an ſolchen Oertern,

die jetzt unter der Herrſchaft der Englaͤnder ſtehen.

Beyde, die Candyer und die Cingaleſen, gehoͤren zu einem Voͤlkerſtamme, und gleichen ſich in Anſe⸗ hung ihrer Denkart, Sitten und Gebraͤuche in

mehreren Stucken. Der Unterſchied, den man zwi⸗

ſchen beyden bemerkt, und der hier und da ziem⸗

lich auffallend iſt, ruͤhrt davon her, daß die Cin⸗

galeſen Jahrhunderte lang von Europaͤern beherrſcht worden ſind, durch deren Umgang ihr Geiſt mehr⸗ fältig eine andere Richtung genommen hat. In die⸗ ſem Aufſatze ſoll blos eine Schilderung der Sitten und Gebraͤuche, der Denkart und Handlungsweiſe der Cingaleſen oder Ceyloneſen geliefert werden.

Die Cingaleſen ſind von mittlerer Statur, un⸗ gefaͤhr 5 Fuß 3 Zoll hoch, und ſehen ſchoͤner aus,

als die Mohren und Malabaren auf dem feſten Lan⸗

d.. Doch ſind ſie weder ſo gut gebaut, noch ſo

unterſetzt. Sie haben im Aeuſſern ſehr viele Aehn⸗

lichkeit mit den Maldiviern, von denen ſie wahr⸗

ſcheinlich abſtammen, da die maldiviſchen Inſeln

zur See nur zwey bis drey Tagereiſen von Ceylon entfernt ſind. Die Candpyer ſehen ſchoͤner aus, als die Cingaleſen, ſind beſſer gebaut und auch nicht ſo weichlich. Die Eingaleſiſchen Frauenzimmer ſind verhaͤltnißmaͤſſig nicht ſo ſchlank, als die Manns⸗