Teil eines Werkes 
6. Bändchen (1809)
Entstehung
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Ungeachtet der Ungnade hat er ſich in ſeinem Platz behauptet, da er, ohne ſich der Raͤnke der Politik zu bedienen, ſtaͤts den geraden Weg geht, auch ſagt man, daß er jetzt ſchon wieder in Gnaden ſey.

Es iſt ſchwer uͤber eine Nation zu urtheilen, man muß ihr Genie, ihre Sprache, den Geiſt der Regierung, die Charaktere der Groſſen, die Lebens⸗ weiſe des Volks kennen. 3

Herr Tourzel, franzoͤſiſcher Offizier, berichte⸗ te uns aus Iſpahan einiges uͤber dieſe Stadt. Sie iſt nichts mehr als eine unermeßliche Wuͤſte. Man wandelt mehr als vier Stunden durch bloſſe Ruinen von reichen Moſcheen, und unermeßlichen regnlaͤren Plaͤtzen, welche die Herrlichkeit der alten Koͤnige bezeugen. Reiche, wie Familien, erfahren

die Wandelbarkeit des Gluͤcks. Es giebt eine groſſe

Anzahl weitlaͤuftiger Baſars, aber ſie ſind verlaſ⸗ ſen.*) Die Gegend iſt gut angebaut und mit ei⸗ ner

*) Iſpahan, dieſes London Aſiens, deſſen Bevölke⸗ rung noch im Anfange des achtzehnten Jahrhun⸗ derts nahe an eine Million betrug, verlor im Jab⸗ re 1722, da die Afghanen es belagerten, durch Hunger drey Viertheile ſeiner Bewohner und am 25. Jaͤnner 1723 ließ der Afghaniſche Uſurpator Mahmnd auf nngegruͤndeten Verdacht alle wehr⸗

haften Bewohner der Stadt maſſakriren. Zwar ſuchte er in der Folge der Stadt wieder durch ei⸗ ne arbeitſame Bauernfolonie aufzuhelfen, allein