Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Bianca erhob ſich bei dieſen Worten der Für⸗ ſtin plötzlich aus ihrer ruhenden Stellung, wo— bei ſie ſich vertraulich auf die Schulter der Spre⸗ chenden geſtützt hatte. Sie wandte ſich ab und zog, als wenn ein Fröſteln ſie überliefe, ihr Fichu enger um ihren Nacken.

Was haſt du, Kind? fragte die Fürſtin.

Nichts, verſetzte Bianca. Die Worte der Fürſtin hatten ſie zu ſehr verletzt, als daß ſie es ihr hätte geſtehen mögen. Erſt nach einer Pauſe ſagte ſie:

Welches Glück iſt es für Sie, daß Sie von ſo genialer Härte ſind; wäre ich es auch, um wie viel leichter könnte ich meine Rolle ſpielen!

Ich bin nicht hart, Bianca. Ich greife nur ſtets dreiſt nach dem Kern jedes Verhältniſſes und habe den Muth meiner Auffaſſung. Glaubſt du, Bianca, ich ſei hart?

Die Fürſtin nahm ihre Hand und ſagte, in dem ſie dieſelbe drückte, mit weichem Tone: