Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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lende, halb myſtiſch verhüllte Geſicht hat etwas von dem Ausdruck einer Judith bekommen. Die große, ſchlanke Geſtalt ruht auf einem Tabou⸗ ret zu dem Steingeländer der Treppe hinüber⸗ geneigt, auf welches der Arm ſich ſtützt. Sie iſt ganz in ſchwarze Seide gekleidet, ſo einfach, als ob ſie Trauergewänder trüge.

Die Klänge des Inſtruments verſtummen. Die Virtuoſin, deren wunderbar ſchönes Profil und hinreißend edle, anmuthige Formen jetzt vom vollen Schein der Ampel überglänzt werden, während ſie mit elaſtiſchem Gange durch die Mitte des Gemachs ſchreitet, nähert ſich der Ruhenden und legt die Hand auf ihren Arm.

Hat mein Spiel meine hohe Freundin trau⸗ rig gemacht? 4

Nein, liebes Kind,— aber dieſer Abend hat es. Setzen Sie ſich zu mir. Sehen Sie, wie wunderſchön dieſer Abend iſt! Wie das Mond⸗ licht weich und mild über dieſe Gebüſche gleitet!