Teil eines Werkes 
2. Band (1872)
Entstehung
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Und ſchwatzet ſtets und tönt, Der Meereswogen Donner

Nur hier und da erdröhnt; Doch dann bricht aus allmächtig, Was lang verborgen ſchlief, Wenn es empor die Stimme Der Sturmesgottheit rief!

Noch ruhet meine Liebe

Geheim vor dir, mein Schmerz, Erbange vor der Stunde,

Wo aufthut ſich mein Herz! Mein reiches Herz gewaltig Hegt Sturm und Luſt und Weh Und ſeine Lieb' iſt tiefer

Und wilder als die See!

Herr von Claming war tief ergriffen. Julie hatte längſt geendet, Sophie ſpielte fort und überließ ſich ihrer Phantaſie, aber noch immer ſtand der Director in ſich verſunken da. Er beſaß ein weiches Gemüth, deſſen Empfindſamkeit er hinter einer ernſten, zurück⸗ haltenden Außenſeite verbarg. Daß Julie, das aus⸗ gelaſſene Mädchen, von jugendlicher Heiterkeit zu ſolch innigen Gefühlstönen übergehen könne, ſagte ihm, wie irrig er ſie bisher beurtheilt. Sie war ihm jetzt ein Räthſel; er fühlte ein Verlangen, ihr noch tiefer in die Seele zu blicken.

Es wurde ihm faſt wehe ums Herz.