Teil eines Werkes 
1. Band (1872)
Entstehung
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der Miniſter ihr ſein Uebelwollen gegen Heinrich äußerte, aber der Graf blieb dabei, dieſer Wermuth ſei ein Heuchler der ſchlimmſten Sorte. Er verſäumte nicht, dem Baron ſeine nachtheilige Anſicht über den Hofmeiſter zu erkennen zu geben, aber der Baron, allzu glücklich, endlich Wilhelm auf der richtigen Bahn zu ſehen, konnte ſich um keinen Preis entſchließen, Heinrich zu verabſchieden, ſo gern er andererſeits dem Miniſter ſich gefällig gezeigt hätte, denn Wilhelm, eine Doppelwaiſe, war das einzige Kind ſeiner an einen armen öſterreichiſchen Offizier verheirathet geweſenen Schweſter.

Heinrich erkannte mit Befriedigung, wie feſt er ſtand; er hätte ſich wohl erlauben können, dem krän⸗ kenden Benehmen des Grafen entſchiedenen Widerſtand entgegenzuſetzen, er beherrſchte ſich jedoch und that, als ob er die hochfahrende Behandlung gar nicht be⸗ merkte oder ſie gänzlich verachte, was ihn in Mariens Augen, die den Haß der Mutter gegen Graf Ferdinand geerbt zu haben ſchien, bedeutend erhob.

Sie hielt es für ihre Pflicht, durch Freundlichkeit die Demüthigungen gut zu machen, welche der junge Mann in ihrem Hauſe erlitt; der Vater war ja viel zu ſchwach, den Hofmeiſter gehörig in Schutz zu nehmen.

Der Spätherbſt war gekommen, der die Gebirgs⸗