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nehmungen anfuͤhrte, weil mein Vater aber oft vor meinen Augen badete, und die einzige Wunde, welche ich jemals an ſeinem Koͤrper entdecken konnte, ihm von hinten beigebracht war, ſo bezweifelte ich die Wirklich⸗ keit recht ſehr, wenn er von ſeiner Tapfer⸗
keit ſprach. Meine Mutter taͤndelte viel mit mir, und
machte viel aus mir, ſagte ich ſey meines Va⸗
ters Abbild, ein ſuͤßes Pfand ihrer Liebe, eine
Segnung, die der Himmel ihrer Verheirathung geſpendet habe; weil aber mein Vater eine Ad⸗ lernaſe hatte, die meinige dagegen eine Stuͤlp⸗ oder umgekehrte Adlernaſe iſt; weil ſein Mund groß war, der meinige klein iſt; weil ſeine Augen roth und frettenhaft tief lagen, die mei⸗ nigen vorſpringend ſind; und weil ſie außerdem noch eine ſehr ſchoͤne Frau war, die haͤufige Beſuche in der Hoͤhle eines heiligen Mannes von ausgebreitetem Rufe zu machen pflegte, deßen Ebenbild ich war, ſo bezweifelte ich die Wirklichkeit recht ſehr, wenn ſie von des Janitſcharen Vaterſchaft ſprach.
Ein alter Mollah lehrte mich leſen und ſchrei⸗ ben und die Verſe des Koran wiederholen; ich hatte es eben ſo weit gebracht als irgend ein


