— 269—
Leidenſchaft fuͤr die Tochter hatte ich noch nicht geſtanden, denn unwiderſtehlich hinderte mich ein gewißes Etwas daran; doch wußte ich be⸗ reits, daß ich nicht mit Gleichguͤltigkeit be⸗ trachtet wuͤrde. Durch einen Beſuch des Bi⸗ ſchofs von Toulouſe, dem Bruder des Mar⸗ kis, ward unſere Geſellſchaft vermehrt; er kam um dieſem, ſo wie ſeiner Nichte uͤber ihre gluͤck⸗ liche Errettung ſeine Freude zu bezeugen. Ich ward ihm als derjenige vorgeſtellt, der ſo weſentlich dazu beigetragen hatte. Überraſcht ſtarrte der Biſchof mich an.
„Sonderbar,“ ſprach er,„daß eine Leiche in einem Graben ganz in der Naͤhe jenes Ortes gefunden und fuͤr diejenige des jungen Offiziers erkannt iſt, den Du mir jezt vorſtellſt. Wie kann das ſeyn?“
Der Markis und ſeine Tochter verriechen hoͤchſtes Erſtaunen bei dieſer Kunde, die mich ebenfalls ſtaunen machte, aber nur fuͤr eine Sekunde, dann rief ich mit bebender Stimme
us:„Was ſagen Sie, mein Herr, eine Leiche iſt als Sohn des Grafen de Rouillé erkannt? O! mein armer, armer Bruder! mein geliebter


