— 302—
„Dann iſt des Todes bitterſter Kelch geleert; Gott ſey ihnen gnaͤdig und mildere ihren Jam⸗
mer; ſie beduͤrfen Seiner Huͤlfe mehr, als ich.“
Eine heftige Thraͤnenfluth, die wohl einige Minuten anhielt, erleichterte den Aermſten; er richtete ſich auf, trocknete ſeine Augen und war um Vieles gefaßter.
„Jakob, es iſt kaum noͤthig, Dir meine lezte Bitte vorzutragen, ſorge Du fuͤr meine armen Eltern— troͤſte Marie— Gott ſegne Dich, Jakob!— Du biſt mir in Wahrheit ein ge⸗ treuer Freund geweſen und mag Gott Dich dafuͤr belohnen.— Und nun verlaß mich;— ich muß mit meinem Gott mich beſchaͤftigen und um Vergebung meiner Suͤnden beten! Der Raum zwiſchen mir und der Ewigkeit iſt nur ſehr klein.“.
Er warf ſich in meine Arme, hielt mich ei⸗ nige Minuten umhalſet, machte ſich dann ſanft von mir los und deutete auf die Thuͤr. Noch einmal erfaßte ich ſeine Hand— dann ſchie⸗
den wir.


