.— 300— dazu verleitete, Dir Unmuth zu erregen, litt ich mehr dabei, als Du— denn Du allein
beſaßeſt meine einzige Liebe, und Dir ſoll ſie unaufhoͤrlich, ſoll ſie ewig bleiben. Deinem An⸗ denken will ich mich vermaͤhlen— Vereinigung mit Dir ſoll mein einziger Mnih ſan— und koͤnnte mir der Himmel ein Gnadenge⸗ ſchenk verleihen, ſo waͤre es— mit Dir zu ſterben, Tom— in dieſen zeljehten Armen zu ſterben.“
Marie ſtreckte ihre Arme nach Tom aus, der vor ihr auf ſeine Kniee niederfiel und ſie umarmte; ſo hielten ſie ſich lange umſchlun⸗ gen, eines jeden Angeſicht ruhte auf des An⸗ dern Schulter. Dieſer ergreifende Auftritt hatte nun ſeine ganze Hoͤhe erreicht; er war zu er⸗ ſchuͤtternd, ich fuͤhlte mich einer Ohnmacht nahe, als des Domine Stimme mich wieder zur Beſinnung brachte.
Mit beiden aufgehobenen und ausgeſtrecke
ten Armen ſprach er feierlich:„O Herr! blicke herab auf dieſe Deine Diener in ihrer Noth; verleihe Denen, die ihre Pilgerſchaft fortſezen
ſollen, Staͤrke, um Deine Heimſuchung zu er⸗ tragen— verleihe ihm, der zu Dir abberufen iſt, das Gluͤck, was dieſe Welt nicht geben


